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Schließung Bürgerhaus Reichelsheim

Bürgerhaus Reichelsheim soll nächstes Jahr saniert werden



Wegen gravierender Brandschutzmängel muss das Bürgerhaus Reichelsheim Ende des Monats geschlossen werden. Die Stadt sucht gemeinsam mit den betroffenen Vereinen nach Alternativen. Die Planungen für die Sanierung sollen noch in diesem Jahr beginnen und ab nächstem Jahr umgesetzt werden.
 

Eine Begehung durch den Fachdienst Gefahrenabwehr/Brandschutz des Wetteraukreises im März ergab erste Hinweise, dass an dem Bürgerhaus Investitionen nötig sind. Auf eineinhalb Seiten listete die Behörde zahlreiche Mängel auf, die im Falle eines Brandes für Besucher gefährlich werden könnten. Neben Brandschutztüren, die zum Teil geöffnet verkeilt waren, kritisierte der Fachdienst die Beschilderung der Flucht- und Rettungswege. Außerdem sollte die Stadt nachweisen, dass die Vorhänge auf  der Bühne und im Kollegraum schwer entflammbar sind und die Lüftungsanlagen den Brandschutzvorschriften entsprechen.
Zwei Ingenieurbüros überprüften daraufhin, ob die elektrische Installation im Bürgerhaus beziehungsweise die Lüftungsanlagen die heutigen Vorschriften erfüllen und wo Verbesserungen notwendig sind. In ihren Gutachten dokumentierten sie weitere Mängel.
 
Die Lüftungsanlage entspricht zum Beispiel nicht den gesetzlichen Vorschriften, teilweise sind nicht einmal die Auflagen der Baugenehmigung aus dem Jahr 1991 erfüllt. So schaltet sich die Lüftungsanlage bei Feueralarm nicht automatisch ab. Lüftungsklappen wurden teilweise nicht gemäß den technischen Vorschriften eingebaut und sind asbestbelastet. Bei der Elektrik werden vor allem die nach Stichprobenprüfungen des zweiten Ingenieurbüros nicht vorschriftsmäßig verlegte Kabel gerügt, u.a. zu geringer Querschnitt zur verlegten Länge der Leitungen. Dazu kommt, dass der tatsächliche Bau, wie Bürgermeister Bertin Bischofsberger jetzt durch die Gutachten erfuhr, in Teilen von der Baugenehmigung abweicht.
 
Ein erheblicher Sanierungsbedarf bei den städtischen Gebäuden sei auch in Reichelsheim zu erwarten gewesen, erklärt er. „Jeder, der ein eigenes Haus hat, weiß, nach 40 Jahren muss ich sanieren.“ Das habe nicht zuletzt die Sanierung des Bürgerhauses Weckesheim gezeigt, die erst vor kurzem abgeschlossen wurde. Er ergänzt, „wir hatten nur gehofft, wir haben noch drei bis vier Jahre Zeit.“ Denn schließlich hat die Stadt nach der Sanierung des Bürgerhauses und der Kindergartenerweiterung in dem Stadtteil Weckesheim noch einige kostspielige Investitionen vor sich.
Bischofsberger betont, dass sich die Mängel nicht kurzfristig und vor allem nicht im laufenden Betrieb beseitigen lassen. Deshalb wird das Bürgerhaus zum 31. August geschlossen. Der Magistrat wurde am 31. Juli und die Fraktionsvorsitzenden am 07. August über die bevorstehende Schließung informiert. Am Montag dieser Woche hat die Stadtverwaltung die betroffenen Vereine informiert und wird in den nächsten Wochen gemeinsam mit ihnen nach Lösungen gesucht.
 
Ebenso habe es auch Gespräche mit der langjährigen Wirtin der Stadtschänke im Bürgerhaus gegeben. Bischofsberger verspricht, dass die Stadt sie nicht im Stich lassen werde. Durch den laufenden Pachtvertrag habe Reichelsheim eine Schadenersatzpflicht gegenüber Kölsch, wenn diese ihre Gaststätte wegen der Schließung nicht betreiben könne.
Eine Alternative zu der Schließung gebe es nicht, stellt der Bürgermeister fest. Dem stehen zum Einen die Gutachten entgegen, die vor einer Gefahr für Leib und Leben der Besucher warnen. „Wenn Fachleute mir so einen Befund schreiben, kann ich es nicht mehr verantworten, weiter Besucher in das Bürgerhaus zu lassen“, betont Bischofsberger. Es sei auch nicht möglich, zunächst das Bürgerhaus und dann die Gaststätte oder umgedreht zu sanieren, weil sowohl die elektrische Installation als auch die Lüftungsanlage miteinander verbunden seien.
 
Noch in diesem Jahr soll mit der Planung der Sanierung begonnen werden. Um dafür einen Architekten und Fachplaner beauftragen zu können, sollen in der nächsten Stadtverordnetenversammlung überplanmäßige Ausgaben beschlossen werden,  Schon im nächsten Jahr soll dann die Sanierung starten, für deren Dauer Bischofsberger zwei Jahre Dauer schätzt. Außerdem sollen in einer Zukunftswerkstatt über die zukünftige Nutzung des Bürgerhauses nachgedacht und eventuell dafür sinnvolle Änderungen erarbeitet werden.

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