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Stadt Reichelsheim in der Wetterau
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Lena Herget-Umsonst

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Pressemitteilung der Stadt Reichelsheim

Datum: 18.02.2021


Notwendige Baumfällungen und Pflegemaßnahmen
Bürgermeisterin Herget-Umsonst spricht über Verkehrssicherungspflicht

Die Arbeit des Reichelsheimer Bauhofs im Zusammenhang mit notwendigen Baumpflegemaßnahmen und -fällungen wird seit einigen Wochen im Internet, durch Pressemitteilungen und Leserbriefe massiv kritisiert. Da die Formulierungen dabei nicht immer sachlich bleiben und den städtischen Mitarbeitern hart und unfair zugesetzt wird, stellt sich die Reichelsheimer Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst nun schützend vor Ihre Mitarbeiter.
„Es ist für mich der Zeitpunkt gekommen, mich an die Öffentlichkeit zu wenden, um zu den Baumfällungen im Stadtgebiet Stellung zu beziehen. Es sind wenige, die mich oder meine Kolleginnen und Kollegen diesbezüglich kontaktieren, aber der Ton wird immer harscher. Ich kann und will es nicht akzeptieren, dass meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so angegangen und beleidigt werden. Sie erledigen ihre Arbeit kompetent und engagiert, die diesbezügliche Kritik ist absolut unverhältnismäßig. “, sagt die Rathauschefin. „Ich fordere alle Kritiker auf, ihre Anfragen und Anregungen bezüglich Baumfällungen und Pflegemaßnahmen zukünftig per Anschreiben, E-Mail oder Telefontermin ausschließlich direkt an mich zu richten.“ Damit will Herget-Umsonst ihr Team sprichwörtlich „aus der Schusslinie“ nehmen.
 
„Ich kann nicht für die Baumfällungen vor 2021 sprechen, da ich zu diesem Zeitpunkt weder dem Magistrat angehörte, noch im Rathaus aktiv war. Ich kann aber für die seit Januar durchgeführten Baumfällungen sprechen und für das geplante weitere Vorgehen“, so Herget-Umsonst weiter. „Der letzten Baum, den ich fällen ließ, stand vor der Bingenheimer Straße 33. Er war massiv von einem Pilz befallen und seine Standfestigkeit war gefährdet– so die Einschätzung meiner Fachleute“, erklärt die Bürgermeisterin.
 
„Ich wünsche mir, ebenso wie viele Bürgerinnen und Bürger, einen Erhalt des Grüns im Stadtgebiet. Wir befinden uns jedoch permanent in einem Balanceakt zwischen Verkehrssicherheit und Erhaltung des Baumbestandes“, sagt Herget-Umsonst. „An erster Stelle steht die Sicherheit unserer Mitmenschen. Wir müssen Körperverletzungen und auch Sachschäden vermeiden“. Nicht nur bei Stürmen, sondern auch bei ganz normaler Witterung, vor allem nach langen trockenen Sommerperioden komme es wie immer wieder zu Schäden durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste. „Die Verkehrssicherungspflicht hat ihre Wurzeln im Bürgerlichen Gesetzbuch. Dort wird klar geregelt, dass eine Schädigung Dritter zu vermeiden ist“. Um die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen, müssten notwendige und zumutbare Vorkehrungen getroffen werden.
„Ich frage mich manchmal wirklich, worin die Kritiker meine Motivation für eine Fällung sehen. Denken sie etwa wirklich, dass wir willkürlich Bäume fällen? Warum sollten wir dies tun? Welchen Zweck sollten wir beabsichtigen?“, fragt sich Herget-Umsonst. „Die Formulierungen in dem betroffenen Internet-Forum machen klar, dass es hier lediglich darum geht, im Wahlkampf Stimmung zu machen. Es ist traurig und inakzeptabel, dass dies rücksichtslos auf dem Rücken meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschieht.“
 
Vielmehr werden die Bäume im Stadtgebiet regelmäßig von den fachkundigen Bauhofmitarbeitern in Augenschein genommen. Es gibt eine regelmäßige Bilder-Dokumentation und damit verbundene Einschätzungen von Bäumen, die abgängig sind oder eine Gefahr darstellen können. Diese Bäume werden dann gelistet und gemeinsam von Bauverwaltung und Bauhof erneut angesehen. Hierbei findet eine Gesundheits- und Zustandsprüfung statt.
 
„In unserem Bauhof ist qualifizierter Sachverstand vorhanden. In dem 11-köpfigen Bauhofteam befinden sich neben einem Forstwirt, ein Gärtner, ein Landschaftsgärtner und Galabauer sowie ein Landschaftsgärtner mit der Fachrichtung Baumschule“, erläutert Herget-Umsonst. „Auf Fällungen auf Verdacht sehen wir ab und bei jeder Maßnahme wird die Frage der Ersatzpflanzungen direkt mitberaten und beschlossen“.
Der Magistrat beschloss in der Vergangenheit die erstellte Liste der Baumfällungen im Winter eines Jahres. Vorab hatten sich interessierte Magistratsmitglieder selbst ein Bild vor Ort von den Bäumen gemacht. „In Zukunft werden wir jedes Jahr eine Ortsbegehung mit der Revierförsterin und allen Fraktionsvorsitzenden durchführen. Ich hoffe, dass die Diskussion damit an Schärfe verliert und mehr Verständnis und Transparenz für die qualifizierte Arbeit meines Teams geschaffen werden kann“, so Herget-Umsonst abschließend.

 
 

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